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mittelalterliche Piratenarmee Burg MOC | Magiccubemall
2022-02-22

Die Piraten des Mittelmeeres können sich warm anziehen, denn die Falken treffen auf Blauröcke. Die Burg im Wasser ist ein Mod der Festung (MOC-92563) des Designers LCas89 und wurde von einem unbekannt bleibenden Designer umgebaut für die See. 



Es kann auch durchaus für spätere Jahrhunderte für die Karibik genutzt werden, allerdings liegt hier der Fokus auf das Spätmittelalter. Daher konzentrieren wir uns auf das führende Wappen, der Wappen auf Silber-Weiß.


Die Falken dürften so ziemlich jedem bekannt sein, der in den 1980ern gerne von Lego mit Rittern gespielt und gebaut hat. Sie wurden als Fraktion 1984 eingeführt und wurden bis 1992 regelmäßig mit neuen Sets versorgt. Ihre Gegenspieler waren die Löwen sowie Robin Hood (Forestmen). 


Auch sind sie bekannt als Falcons oder auch auf Deutsch als Schwarze Falken oder Falkenritter. Eine richtige kanonische Bezeichnung gibt es hier leider nicht.


Crossover Piraten & Ritter

Mit dem Mod ist dem Mod-Designer ein Spagat gelungen zwischen Piraten und Ritter, der eigentlich in Billund auch nie geplant war. Rein von der Logik her ist der Crossover als solches auch falsch, denn die Piraten und ihre Gegner wie die Blau- oder Rotröcke entsprechen eher dem 17. & 18. Jahrhundert, was zwei- bis dreihundert Jahre nachdem Ende des Mittelalter ist.


Die Piraten kamen zeitlich elf Jahre (1989) nach den Rittern in Form von Klemmbausteinen auf den Markt und erfreuen sich heute noch sehr großer Beliebtheit, auch wenn das Thema in Dänemark anders gesehen wird. 1996 war das letzte Jahr der regulären Sets, von kleineren Abstechern in den Jahren 2001 und 2002. 2009 sowie 2015 wurde es nochmal kurz aus der Taufe gehoben um es auch dort wieder verschwinden zu lassen. In der Szene wird es unterteilt in Pirates I (1989 – 1996), Pirates II (2009) sowie Pirates III (2015).



Die Wasserfestung

Eine Wasserfestung ist eine Burg oder eine kleine Burg, die vollständig von Wasser umgeben ist. Obwohl in der Mystik der Burgengeschichten Wassergräben zur unvermeidlichen Landschaft gehören, war die Vielfalt der Verteidigungsformen einer Burg in Wahrheit sehr groß: Sie wurde durch einen Wassergraben geschützt, aber auch durch Klippen, Felsvorsprünge und sogar durch die Gezeiten.


Vor einiger Zeit kannte man sternförmige Burgen und Festungen. Wasserfestungen hingegen nutzen natürliche oder künstliche Gruben oder Teiche, in denen das Wasser als Verteidigungshindernis dient. In Wahrheit wurde das Wasser, das einst Teil des Schutzes war, mit der Zeit zu einem Hindernis für den Erhalt der Burgen, da es die Fundamente dämpft. Daher gibt es heute nur noch wenige Wasserburgen, die von ihren Gewässern umgeben sind, sofern sie nicht auf einen Felsen am Meer erbaut wurden – wie in diesem Set.


Mit dem Fokus auf das Set ist zu sagen, dass die Festung vor allem im Zusammenhang mit einem Kreuzritter-Thema in den Küsten der Levante wunderbar eingesetzt werden kann.

Festungen im Wasser gab es damals auch, sie galten vor allem als strategische Orte um vor allem feindliche Schiffe abzuwehren. Auch als Startpunkt für Eroberungszüge waren solche Festungen im Wasser von Bedeutung.



Berühmte Festungen sind hier Festung Bourtzi in Griechenland, die Burg Methoni (ebenfalls in Griechenland), die Seefestung von Sidon in Libanon (vor allem diese wurde von Kreuzrittern erbaut) sowie die Mädchenburg (Kız Kalesi) in der Türkei.


Die Festung Qalʿat Dschaʿbar im heutigen Syrien kann leider nicht dazugezählt werden, auch wenn diese auf das 7. Jahrhundert zurückgeht. Der Ausschluss erfolgt daher, weil diese mit dem Assad-Stausee aus dem 20. Jahrhundert erst zu einer Wasserfestung wurde.



Gabs auch Piraten damals?

Piraten oder Seeräuber waren seit den frühesten Ursprüngen der Seefahrt eine Plage für diese. Vor allem im Zusammenhang mit der Ausdehnung des islamischen Kalifenreiches kam es ab dem 7. Jahrhundert vermehrt zu Angriffen arabischer Flotten auf christliche Gebiete. Speziell das Byzantinische Reich wurde von den Küsten des heutigen Libanon, Sizilien, Sardinien und Süditalien bedroht. Hier kam die Bedrohung vor allem dem Gebiet des Exarchats von Karthago, das 697 fiel, und von den Balearen aus durch das Umayyaden-Emirat (später Kalifat) von Córdoba.


Etwa zur gleichen Zeit begannen kroatische und serbische Piraten aus Dalmatien (sogenannte "Narentaner"), den byzantinischen Handel mit östlichen Waren in der Adria zu stören. Hier machten sie manchmal gemeinsame Sache mit den Arabern. Erst im 11. und 12. Jahrhundert gewann die aufstrebende Handelsstadt Venedig zunehmend die Kontrolle über Istrien und die dalmatinischen Küsten. Ab dem 12. Jahrhundert kam es auch an der nordafrikanischen Küste zu großen Gegenangriffen des normannischen Königreichs Sizilien, die das Zeitalter der Kreuzzüge einleiteten.



Einer der Gründe für das Debakel des Vierten Kreuzzugs von 1204, bei dem die Flotten der katholischen Kreuzfahrer unter anderem das christliche Konstantinopel überfielen und plünderten, anstatt das von den Muslimen besetzte Jerusalem zu befreien, war, dass die byzantinische Marine lange Zeit hauptsächlich italienische Seeleute beschäftigt hatte.


Im späten 12. Jahrhundert wurden diese Seeleute jedoch verdächtigt, heimlich mit Venedig und anderen rivalisierenden italienischen Staaten zu sympathisieren. Infolgedessen flüchteten viele der Seeleute, die nicht verhaftet werden konnten, in abgelegene Stützpunkte in der Ägäis und im Ionischen Meer und wurden zu Piraten, anstatt die byzantinische Hauptstadt im entscheidenden Moment zu verteidigen.


Später sahen sich die Byzantiner gezwungen, diese italienischen Piraten um ihre (zweifelhafte) Hilfe zu bitten, nicht nur im Kampf gegen die nach Kleinasien vordringenden Osmanen, sondern auch gegen ihre eigenen Landsleute, die Venezianer und Genuesen. Im Laufe des 13. Jahrhunderts wurden sie jedoch nach und nach von den osmanischen Korsaren verdrängt, die nun ihrerseits die Küsten der christlichen Länder bedrohten. Eine letzte Gruppe, die Katalanische Kompanie, die in der Nähe von Athen ein Piratenbündnis gegründet hatte, verbündete sich schließlich mit den muslimischen Korsaren.



Fazit

Dieser Mod, der auf dem MOC-92563 von LCas89 basiert, ist eine interessante Adaption zweier Welten, die in den Kinderzimmern der frühen 1990er Jahre durchaus möglich gewesen wäre. Unverkennbar ist die Hommage an das Set 6276 aus dem Jahre von 1989. Es ist durchaus als ein Trauerspiel zu bezeichnen, dass der Marktführer die Themen Ritter und Piraten sträflich vernachlässigt. Auch spielt der strategische Rückzug insofern eine Rolle, da man Konzernintern kein eigenes Konkurrenzprodukt zum Franchise „Fluch der Karibik“ haben wollte.


Das ist wiederum gut für uns von MCM, das Thema mit Hilfe des Modders aufzunehmen und es interessierten Baumeistern anzubieten.

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