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MOC-88356 Dynamische 6-breite DB BR E10.12 Lokomotive | Magiccubemall
2022-03-04

Ein Stück deutscher Bahngeschichte haben wir ins Programm genommen. Keine geringere Lokomotive als die Baureihe 110 oder bis 1968 auch unter dem Namen E10 hat die Bahnstrecken über viele Jahrzehnte geprägt. Ölkrisen, kalter Krieg und Wiedervereinigung war nur einer der wenigen Dinge, die in jenen Jahren passiert sind.




Der Designer

brickdesigned_germany hat dieses geschichtsträchtige Set im Herbst 2021 gestaltet und mit seiner freundlichen Genehmigung uns zur Verfügung gestellt. Seine ersten Designs sind auf Instagram (Account brickdesigned_germany) im Dezember 2019 gestartet, sein Fokus liegt hauptsächlich auf Rollmaterial deutschsprachiger Bahnen vieler Epochen. Auch gibt es von ihm eine eigene Interpretation vom Crystal Ship aus der Serie Breaking Bad.

Sein Name ist innerhalb der bahnorientierten Klemmer-Community sehr bekannt, auch ist er ein sehr akzeptierter und angesehener Designer.

Wir können uns sehr glücklich und geehrt schätzen, dass wir seine Designs veröffentlichen dürfen.



Die Vorlage - Entwicklungsgeschichte

1950 beschloss die Deutsche Bahn, zwei Grundtypen von Elektrolokomotiven zu entwickeln, deren Komponenten weitgehend standardisiert waren. Die 12-achsige (Achsformel: Co'Co') Güterzuglokomotive ist das Nachfolgeprodukt der Baureihe E 94. Auch die 8-achsige (Bo'Bo') allgemeine elektrische Lokomotive ist das Nachfolgeprodukt der Baureihe E 44. Als neues Feature sollen Ingenieure sitzen können, wo sie bisher stehen mussten. Bei allen bisherigen Elektrolokomotiven (außer den Baureihen E18 und E19) waren die Lokführer gezwungen im Stehen fahren. Man nahm an, dass das zu einer Konzentrationsverbesserung des Lokführers führen würde.

Die Arbeitsbezeichnung für diese Universallokomotive war E46, sie wurde jedoch später in Baureihe E10 umbenannt. Hintergrund war, da die erforderliche Höchstgeschwindigkeit von 125 auf 130 km/h erhöht wurde, wodurch das Modell offiziell zu einer Schnellzuglokomotive wurde. Ein Pilotprogramm, das aus fünf Prototypen der Klasse E10.0 bestand, führte zu der Erkenntnis, dass ein einziger einheitlicher Typ einer Elektrolokomotive nicht für alle Anforderungen ausreichen würde.

Das überarbeitete Schema umfasste dann eine Lokomotive für den Personennahverkehr (Baureihe E41), eine Schnellzuglokomotive (Baureihe E10), die durch Änderung der Übersetzung in eine Güterzuglokomotive (Baureihe E40) umgewandelt werden kann. Ebenso kann sie zu einer schweren Sechsachser-Güterzuglokomotive werden (Baureihe E50). Außerdem wurden Pläne für Hochgeschwindigkeits-Elektrolokomotiven der Baureihe E01 geschmiedet, die jedoch schnell wieder verworfen wurden, da die Klasse E10 aufgrund der damals geringeren Höchstgeschwindigkeit auf der Hauptstrecke als ausreichend für Schnellzüge angesehen wurde.


Vorserienloks

Es gab fünf Vorserienmodelle, die auch verschiedenen Herstellern aus der Industrie entwickelt wurden.

Die E 10 001 wurde gefertigt von Krauss-Maffei für den mechanischen Teil und von AEG für den elektrischen Part. Diese Lokomotive hatte einen Antrieb durch eine Alsthom-Hohlwelle.

E 10 002 wurde im mechanischen Teil gefertigt von Krupp und die elektrischen Komponenten von BBC. Sie hatte ein BBC-Scheibenantrieb.

E 10 003 war von Henschel und SSW und hatte einen SSW-Gummiring-Federantrieb.

E 10 004 wiederum war aus dem Hause Henschel sowie AEG. Diese wurde mit einem Sécheron-Lamellenantrieb ausgeliefert. Konstruktiv identisch mit ihr war die E 10 005, die später im Jahr 1953 ausgeliefert wurde.

Optisch von außen waren die Lokomotiven zu unterscheiden. Diese Vorserien-Lokomotiven waren zunächst im Betriebswerk München Hauptbahnhof und ab 1955 im Betriebswerk Nürnberg Hauptbahnhof beheimatet.

Diese insgesamt fünf Lokomotiven aus der Vorgängerbaureihe E 10.0 wurden zwischen 1975 und 1979 ausgemustert. Die Museumslokomotiven E 10 002 und E 10 005 wiederum sind der Nachwelt erhalten geblieben.



Farbvarianten

Ursprünglich wurde die E10 in stahlblauer Farbe für Fernverkehrszüge (RAL 5011) geliefert. Nur 110 477 Stück wurden in der neuen Farbgebung in robusterem kobaltblau (RAL 5013) ausgeliefert. Auch zahlreiche ältere Lokomotiven wurden bei Überholungen kobaltblau umlackiert. Dies galt insbesondere für Lokomotiven, die im Ausbesserungswerk München-Freimann gewartet wurden, so dass sich für das etwas hellere Kobaltblau der Begriff „Freimann-Blau" einbürgerte.




Mit dem Farbschema ozeanblau/elfenbein von 1974 wurde die Baureihe 110 anlässlich von Überholungen auf dieses Farbschema umlackiert. Ab 1987 wurde das orientrote Farbschema mit weißen Lätzchen verwendet, das 1997 durch das Konzept des neuen Rots (Verkehrsrot) ersetzt wurde. Diese Farbe wird heute von allen noch in Betrieb befindlichen Lokomotiven dieser Serie getragen.

Nur wenige Lokomotiven trugen alle vier Farbschemata; insbesondere die Farbe Orientrot wurde von vielen 110ern nicht verwendet. Bis sich das Verkehrsrot durchsetzte, blieb Ozeanblau-Beige die vorherrschende Farbe für die Serie 110.

Genau diese Farbwahl hat der Designer für dieses Set gewählt, umgesetzt mit Dark Blue für Ozeanblau und Tan für Beige.




Das Ende aka Ausmusterung

Die Lokomotiven der Baureihe 110 sollten nach mehr als fünfzig erfolgreichen Dienstjahren ausgemustert werden. Während der Leistungsverlust anfangs durch neue Einsatzgebiete kompensiert werden konnte, bekam die Baureihe ab 1990 starke Konkurrenz. Insbesondere durch die Baureihe 143, die im Gegensatz zu vielen 110ern über eine Rückfahrsteuerung verfügte, aber nur eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h hatte. Was die Baureihe 110 etwas zukunftstauglicher machte und damit die Flexibilität bedeutend verbesserte, war die Nachrüstung mit Wendezugsteuerungen aus ausgemusterten Loks (Aus der Baureihe 141). Diese Erneuerung wurde der dritten Baureihe (E 10.3) zuteil.

Ab 2001 wurden immer mehr Züge der ersten Baureihe 110.1 ausgemustert, da das erforderliche Zugsicherungssystem für die Rückwärtsfahrt nicht verfügbar war. Auch die Baureihe 110 wurde durch die neuen Elektrolokomotiven der Baureihe 425 und die elektrischen Regionalexpressloks der Baureihe 146 in den Schatten gestellt. Aber auch Ausschreibungen, die DB Regio an private Unternehmen verlor. Der Raum Stuttgart, die Region Rhein-Ruhr-Region, der Großraum München und der norddeutsche Raum sowie die Region um Frankfurt am Main.

Die letzten bei der DB Regio in Bayern (präziser in München) stationierten 110.1 wurden Ende 2011 ausgemustert und verschrottet.

In Dortmund und Stuttgart waren im Januar 2013 noch 25 Lokomotiven der Baureihe 110.3 im Einsatz. Dann noch drei der Tochterbaureihe 113 und elf 115er, die bei der Deutschen Bahn AG oder ihren Tochtergesellschaften ihren Dienst verrichteten.

Eine Abschiedsfahrt fand am 13. Juli 2013 mit der Baureihe 110 aus dem Stuttgarter Nahverkehr im Raum Stuttgart statt. Ein Sonderzug fuhr von Tübingen nach Backnang über Marbach zurück nach Stuttgart.

Aufgrund auslaufender Prüffristen für die Baureihe 110 ist deren Einsatz bei DB Regio seit Februar 2014 generell eingestellt worden, da keine der Maschinen ohne vorherige Überholung eingesetzt werden darf. Hier ist Neuüberholung der noch gelagerten Loks der Baureihe 110 ist von der DB Regio definitiv nicht mehr vorgesehen.

Die allerletzte 110er rollte für die DB Regio am 12. Februar 2014 zum letzten Mal im Nahverkehr von Münster nach Rheine und zurück.


Überbleibsel

Nur noch vier Elektroloks dieser Baureihe 110 besaß die Deutsche Bahn AG im Jahr 2014 besaß die Deutsche Bahn. Davon wurde auch an den Bahntouristikexpress in Nürnberg verkauft. Am 26. Februar 2016 wurde eine BR 110 vom DB Museum Koblenz verschrottet, die ursprünglich als Museumslokomotive gedacht war.

Allerdings, die Vorlage vom Designer lehnt sich auf Grund der Farbgebung an eine noch existierende Baureihe 110 an. Eine davon wurde von der DB an TRI Train Rental verkauft, in Dessau überholt und wird seit 2016 u.a. von AKE-Eisenbahntouristik vor ihrem historischen Rheingold-Reisezug wieder stilgerecht eingesetzt.


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